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Quartiersentwicklung Eggarten-Siedlung schreitet voran

  • städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb für Münchner Quartiersentwicklung startet im Oktober 2019
  • Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Quartiers mit Modellcharakter sowohl in Hinsicht auf den geförderten Wohnungsbau als auch in Fragen der Mobilität und Umwelt
     

München, 26. September 2019 Nachdem der Münchner Stadtrat im Juli den Aufstellungsbeschluss für ein Bebauungsplanverfahren für die Eggarten-Siedlung gefasst hat, loben die Eigentümer und die Landeshauptstadt München im Oktober den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus. Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Quartiers mit ca. 1.750 bis 2000 Wohnungen mit überdurchschnittlich hohem geförderten Anteil sowie ergänzender Infrastruktur. Besonderes Augenmerk soll im Wettbewerb zudem auf dem Schutz der Umwelt und einem innovativen Mobilitätskonzept liegen.

Bereits im Juli hatte der Münchner Stadtrat den Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren gefasst. Grundlage bildet dabei ein Strukturkonzept, das die Landeshauptstadt München gemeinsam mit den Grundstückseigentümern CA Immo und Büschl Unternehmensgruppe erarbeitet hat. Hierin werden die Eckdaten für das geplante Wohnquartier mit 1.750 bis 2.000 Wohnungen beschrieben, das auf dem Areal der Eggarten-Siedlung entstehen soll. Das künftige Quartier soll Modellcharakter für München haben: So haben die Eigentümer sich verpflichtet einen überdurchschnittlich hohen Anteil geförderter Wohnungen (bis zu 50 %) im Quartier zu realisieren. Hierzu wurde bereits mit der GIMA München eG, einem Zusammenschluss aus 29 Münchner Wohnungsbaugenossenschaften, eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Damit könnte in der Eggarten-Siedlung das größte genossenschaftliche Wohnquartier in München seit Ende des zweiten Weltkrieges entstehen. Durch das genossenschaftliche Konzept haben die künftigen Bewohner erhebliche Möglichkeiten der Mitwirkung bei der Entwicklung des Quartiers und die Wohnungen werden mit bis zu 60 Jahren einer deutlich längeren Preisbindungsfrist unterliegen als dies im traditionell geförderten Wohnungsbau der Fall ist.

Weiterhin beschreibt der Eckdatenbeschluss wesentliche Parameter zum Schutz der Umwelt und der Natur. So soll die künftige Bebauung bestmöglich die bestehende Vegetation schützen und, wo dies nicht möglich ist, werden die Flächen auszugleichen sein. Ein großer, über 200 Meter breiter Bereich des Grundstücks wird zudem nicht überbaut werden, da dieser Bereich als Kaltluftleitbahn erhalten bleibt. Aber auch der sozialen Infrastruktur trägt der Eckdatenbeschluss Rechnung: Es sind Freizeitangebote, wie Spielplätze, Fahrradwege und Sportplätze zu schaffen und das Quartier wird über eine Schule, mehrere Kitas, ein sog. Flexiheim mit rd. 100 Betten für vorübergehend Wohnungslose und weitere soziale, nachbarschaftliche Angebote verfügen. In der Quartiersmitte sollen zudem Angebote der Nahversorgung entstehen. Alle sozialen Angebote werden bewusst auch der angrenzenden bezirklichen Nachbarschaft zur Verfügung stehen, um das neue Quartier in den Bezirk zu integrieren und zu vernetzen.

Der Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss bildet die Grundlage für den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb, der nun durch die Grundstückseigentümer in Kooperation mit der Landeshauptstadt München ausgelobt wird. Ziel des Wettbewerbs ist ein eigenständiges städtebauliches und landschaftsplanerisches Konzept, das auf die Geschichte und die Besonderheiten des Ortes eingeht. Identitätsstiftende Bestandselemente sollen im Wettbewerb identifiziert und in das Gesamtkonzept integriert werden. Durch eine verdichtete Gebäudetypologie, flächensparende Bauweise und eine Minimierung der Bodenversiegelung soll ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden erreicht und gleichzeitig die ökologische Funktion erhalten sowie der Eingriff in das vorhandene Grün minimiert werden.

Im Sinne eines energetischen Modellquartiers soll neben den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Aspekten insbesondere ein Konzept zur klimaschonenden Energieversorgung des Quartiers entwickelt werden. Ziel ist eine Minimierung der Treibhausgasemissionen und ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien bei einem optimalen energetischen Gebäudestandard. Ergänzend zum Klimaschutz sind aber auch Maßnahmen zur Klimaanpassung zu entwickeln, die den absehbaren Folgen des Klimawandels – insbesondere der zunehmenden sommerlichen Wärmebelastung, aber auch extremen Wetterereignissen – entgegenwirken können.

Vergleichbare Ziele sollen durch das Mobilitätskonzept für das neue Quartier verfolgt werden. Neue Mobilitätsangebote sollen den Verzicht auf das eigene Auto ermöglichen und den Umstieg auf Fuß- und Radverkehr, den ÖPNV oder Sharing-Angebote fördern. In Verbindung mit Quartiersgaragen soll z. B. ein weitgehend autofreies Quartier entstehen. Im Wettbewerb sollen alternative Mobilitätsangebote gut sichtbar und gut erreichbar in das Gesamtkonzept integriert werden und gleichzeitig die Vorteile eines deutlich reduzierten Pkw-Verkehrs im Quartier aktiv für die Gestaltung und die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums genutzt werden.

Das Ergebnis des Wettbewerbs, mit dem im April 2020 gerechnet wird, dient als Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren. Insgesamt werden 15 Teilnehmerteams aus Stadt- und Landschaftsplanungsbüros eingeladen, am Wettbewerbsverfahren teilzunehmen.

 

Die nächsten Schritte
Nach der Auslobung des Wettbewerbs haben alle teilnehmenden Büros Zeit, ihre Vorschläge bis Ende Februar 2020 abzugeben. Die Preisgerichtssitzung ist für den April 2020 vorgesehen. Nach Beendigung des Wettbewerbs werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Hierzu werden Details rechtzeitig auf der Webseite www.eggarten-siedlung.de sowie über die Medien bekannt gegeben. Der Realisierungsbeginn des Wohnquartiers wird voraussichtlich ab 2024/2025 erfolgen können.